Interkultureller Tag für angehende Austauschstudierende
Das Referat Internationale Angelegenheiten organisiert regelmäßig einen virtuellen Interkulturellen Tag für LMU-Studierende, die bald einen Auslandsaufenthalt antreten.
Das Referat Internationale Angelegenheiten organisiert regelmäßig einen virtuellen Interkulturellen Tag für LMU-Studierende, die bald einen Auslandsaufenthalt antreten.
© R. Waldenburg
Barbara Habermann koordiniert am Referat Internationale Angelegenheiten die außereuropäischen LMUexchange-Austauschprogramme für die Länder Japan, Korea, Singapur und Thailand sowie das interkulturelle Begleitprogramm für LMU-Studierende, die für ein bis zwei Semester ins Ausland gehen. Fester Bestandteil dieses Begleitprogramms ist der Interkulturelle Tag, der online stattfindet. In einem Interview gibt Frau Habermann Einblicke in das Programm und schildert, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren und ihre interkulturelle Kompetenz stärken können.
Liebe Frau Habermann, an wen richtet sich der Interkulturelle Tag und wie ist der Ablauf der Veranstaltung?
Der Interkulturelle Tag ist einer von drei Bestandteilen des Interkulturellen Begleitprogramms für LMUexchange-Studierende. Es handelt sich um interaktive länder- oder manchmal auch regionenspezifische Workshops. Aktuell können wir Trainings für folgende Länder und Regionen anbieten: Australien, China, Hongkong, Israel, Japan, Kanada, Korea, Lateinamerika, Singapur, Taiwan, Thailand und USA. Wir arbeiten seit gut einem Jahrzehnt mit ausgewählten und hervorragend qualifizierten Trainerinnen und Trainern zusammen. Die meisten kommen aus dem jeweiligen Land und haben auch ein Studium in interkultureller Kommunikation absolviert. Wenn sie aus einem anderen Land stammen, haben sie zumindest einige Jahre in der Zielregion gelebt.
Die Veranstaltung dauert circa sechs Stunden. Zunächst nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den eigentlichen Trainings teil, die in der Regel 3,5 Stunden dauern. Nach einer Stärkungspause haben sie Gelegenheit, mit ehemaligen Austauschstudierenden zu sprechen. Während dieses Erfahrungsaustausches sind die Studierenden unter sich und es gibt kein festgelegtes Ende dieser Sitzung.
Mit Beginn der Coronapandemie haben wir das Programm auf ein Onlineformat umgestellt, was sehr gut funktioniert und rege in Anspruch genommen wird. Jede Veranstaltung wird evaluiert. Wenn einmal etwas nicht so gut läuft, nehmen wir uns die Kritik zu Herzen und versuchen, die Workshops noch mehr an die Bedürfnisse unserer Studierenden anzupassen, damit sie möglichst gut vorbereitet in ihr Abenteuer Auslandsstudium starten können.
Wie können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Interkulturellen Tag profitieren?
Die Studierenden können auf ganz vielfältige Weise von der Teilnahme profitieren: Sie lernen viel über die Kultur des jeweiligen Landes, in dem sie bald ein oder zwei Semester leben und studieren werden. Neben geschichtlichen, politischen und gesellschaftlichen Informationen liegt ein Schwerpunkt auf der universitären Kommunikation. Wie ist das beispielsweise mit der Hierarchie in Japan? Wie spreche ich mein Gegenüber respektvoll an? Sind in den USA die Menschen wirklich so, wie es unseren Vorurteilen oder Stereotypen entspricht? Dabei legen wir großen Wert darauf, dass wir eben nicht einfach Vorurteile und andere bereits bestehende Bilder reproduzieren, sondern unsere Studierenden dafür sensibilisieren, dass bei einer Begegnung neben der Kultur auch immer die Situation und beteiligte Personen eine Rolle spielen.
Durch den Erfahrungsaustausch mit ehemaligen Austauschstudierenden werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ganz aktuellen Informationen aus studentischer Sicht versorgt. Sie können Fragen stellen zu Themen wie Handy-Anbieter, geeignete Auslandskrankenversicherungen, Tipps fürs Nachtleben oder die Suche nach einer passenden Unterkunft. Außerdem können sie sich mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen vernetzen und sich gegenseitig bei der weiteren Vorbereitung unterstützen und kennen so auch schon jemanden, wenn sie ankommen.
Von manchen Studierenden bekommen wir die Rückmeldung, dass sie vor ihrem Auslandsstudium sehr aufgeregt sind, weil sie zum ersten Mal nicht mehr zu Hause wohnen und dann auch noch vorübergehend in einem anderen Land, weit weg von daheim. Nach der Veranstaltung fühlen sie sich in ihrer Entscheidung bestärkt, besser informiert und gut vorbereitet.
Hier einige Studierendenstimmen aus der Evaluation des letzten Interkulturellen Tags, der am 7. Juni 2024 mit insgesamt 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattfand:
„Der Workshop war sehr nützlich, da die Dozentin selbst Koreanerin ist und in ihrer eigenen Ausbildung über die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Korea geforscht hat. Die kulturelle Vorbereitung war somit auf persönlichen Erfahrungen gestützt und wissenschaftlich fundiert. Gerade aufgrund der vielen Vorurteile in der Diskussion um die Kultur in anderen Ländern, brachte dieser Workshop verlässliche Erfahrungen und Fakten.“
„Der Workshop war für mich sehr lehrreich und ich konnte viel Neues über die kanadische Kultur mitnehmen und fühle mich für meinen Aufenthalt gut gewappnet.“
„Ich fand den Workshop sehr nützlich, weil man spezifische Informationen erhalten hat und Fragen stellen konnte anstelle von einer groben Generalisierung. Die Dozentin hat auf die Diversität der Menschen hingewiesen und nicht einfach kulturelle Verallgemeinerungen gegeben. Ich war positiv überrascht und werde viele der Informationen gebrauchen können. Der Workshop war sehr umfangreich und hat viele unterschiedliche Bereiche abgedeckt, das hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.“
„Ich habe sehr viel über die Denkweise und das Verhalten der Japaner gelernt. Obwohl ich dachte, dass ich schon vieles weiß, habe ich sehr viel Neues gelernt, was mir während meines Aufenthalts in Japan sicherlich helfen wird.“
„Es wurden viele Themen angeregt, über die ich mir selbst noch keine Gedanken gemacht habe.“
„Man weiß im Endeffekt doch meist weniger als man denkt. Es war nicht trocken, sondern unterhaltsam und mit vielen Funfacts.“
„Sehr nützlich, interkulturelle Kommunikation braucht mehr Platz in der akademischen Ausbildung, da sie weitreichende Bedeutung hat.“