Reisebericht aus Südafrika

Im März 2024 war Referatsleiterin Frau Dr. Anja Hallacker zu Besuch in Südafrika. Vor dem Hintergrund des neuen Kooperationsvertrags der LMU mit der Stellenbosch University besuchte sie die SIAN-Konferenz sowie weitere südafrikanische Partneruniversitäten in Kapstadt, Johannesburg und Pretoria.

DAAD- und LMU-Repräsentantinnen an UCT

Südafrika ist ein traumhaftes Reiseland, mit herrlichen Landschaften, einer oft endemischen Fauna und beeindruckenden Nationalparks. Landet man wie ich am 11. März 2024 in Kapstadt, fällt schnell der europäische Einfluss auf, sei es in der Architektur, dem Essen oder den Einkaufsmöglichkeiten. Auch das Wetter erinnert an Südeuropa. Das alles erleichtert die Orientierung.

Wer im akademischen Kontext reist, sei es für einen Studien- oder Forschungsaufenthalt oder eine Konferenzteilnahme, wird von den Kolleginnen und Kollegen an den Universitäten herzlich aufgenommen und sehr gut betreut. Das liegt unter anderem an den hohen Kriminalitätszahlen, für die Südafrika ebenfalls bekannt ist. Der Campus der Universität ist entsprechend gesichert und bildet eine oft sehr schöne, eigene Welt.

Auf meiner Reise durfte ich die altehrwürdige University of Cape Town (UCT) und die aufstrebende University of the Western Cape (UWC) in Kapstadt besuchen. Südafrikanische Universitäten sind deutlich durch die Geschichte des Landes geprägt. Während die exzellente, englischsprachige UCT als weißen Akademikerinnen und Akademikern vorbehaltene Institution während der Apartheid gefördert wurde, hat sich die für farbige Studierende und Lehrende eingerichtete UWC am Freiheitskampf Südafrikas beteiligt. Das heutige Südafrika unterstützt die vormals benachteiligten Universitäten in ihrer Entwicklung. Sie sind ein selbstbewusstes und höchst interessantes Umfeld, geprägt von postkolonialen Umstrukturierungen und innovativen Debatten. Das gilt aus anderer Perspektive auch für die alten Eliteuniversitäten, die seit dem Ende der Apartheid wissenschaftliche Exzellenz unter den Vorzeichen von Transformation und Dekolonisierung neu gestalten.

Anlass der Reise war die Teilnahme an der Stellenbosch International Academic Networks (SIAN) Konferenz vom 12. bis 16. März. Die Stellenbosch University (SUN) ist wie die UCT im nahegelegenen Kapstadt eine der besten Universitäten des Landes. Auch sie hat eine problematische Rolle während der Apartheid innegehabt und arbeitet intensiv an der Bewältigung der eigenen Geschichte und der Transformation in eine Diversität und Chancengleichheit fördernde und lebende Institution. Die traditionelle Nähe der SUN zu Europa zeigt sich bereits beim Betreten des einzigen offenen Campus des Landes. Die schönen alten Gebäude der Universität sind über das kleine Städtchen im Weinland verstreut, das Wetter scheint immer sonnig und es gibt für Studierende selten einen Grund, lange Hosen zu tragen. Sicher einer der vielen Gründe, warum deutsche Studierende diese Universität oft für einen Semesteraufenthalt wählen. Und das Interesse ist gegenseitig, wie ich während der Konferenz feststellen durfte. Die noch junge Partnerschaft der SUN mit der LMU wurde begeistert aufgenommen und ich bin sicher, dass wir bald auch Austauschstudierende der SUN bei uns an der LMU begrüßen dürfen.

Nach einer schönen Woche am Kap der guten Hoffnung bin ich die circa 1000 km nach Johannesburg geflogen, um die University of the Witwatersrand (Wits) und die University of Pretoria (UP) zu besuchen. Auch diese beiden hervorragenden Universitäten bieten exzellente Bedingungen für Studien- und Forschungsaufenthalte. Hier studieren und forschen viele der hochqualifizierten Akademikerinnen und Akademiker aus anderen Ländern Afrikas. Die südafrikanischen Wissenschafts- und Hochschulministerien fördern den strategischen Ausbau von Partnerschaften auf dem afrikanischen Kontinent. Ausdruck dieser spannenden Internationalisierungsstrategie ist der Future Africa Campus der UP mit vielen hochwertigen Konferenzen und einem Fellow-Netzwerk zur Förderung der Wissenschaft in Afrika.

Wer mehr erfahren möchte über die Hochschulen in Südafrika, dem empfehle ich die Länderinformationen auf der Webseite des DAAD. Dort steht ein Länderbericht mit Angaben zu den Förderprogrammen zur Verfügung, ebenso wie eine ausführliche Bildungsmarktanalyse. Sehr empfehlen kann ich auch den Kontakt zum DAAD-Netzwerk aus Büros und Lektorinnen und Lektoren. Ihnen verdanke ich informationsreiche Campusführungen und unterstützende Termin-Begleitung weltweit.

Wenn Sie Fragen zu den Kooperations- und Mobilitätsmöglichkeiten an der LMU haben, schicken Sie uns gerne eine E-Mail an: international@lmu.de

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